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Mai 9

2,38 % in Bonn

Veröffentlicht von FxK

Karte Bonns zur Landtagswahl 2010
Im der Nordstadt konnten bis zu 4,8% abgeräumt werden

Fast 2,4 % (2,38 %) in Bonn! Wenig, aber der Trend stimmt (2,22 % zur Bundestagswahl)!

Die genauen Ergebnisse der einzelnen Stadtteile und Wahlbezirke Bonns sind unter Wahlergebnisse im Menü als interaktive Karte aufbereitet.

Bonn I:
1.739 (2,55 %) Erststimmen für Christian Horchert
1.830 (2,67 %) Zweitstimmen für die Piratenpartei
Ergebnisse für Bonn I bei der Landeswahlleitung
Ergebnisse für Bonn I auf Bonn.de

Bonn II:
1.508 (2,12 %) Erststimmen für Julia Schramm
1.487 (2,09 %) Zweitstimmen für die Piratenpartei
Ergebnisse für Bonn II bei der Landeswahlleitung
Ergebnisse für Bonn II auf Bonn.de

Unsere Glückwünsche gehen vor allem nach Aachen, mit einem phänomenalen Ergebnis!

Mai 9

Dank tatkräftiger hessischer Unterstützung konnte heute die “Säbelschmiede” beim Bonner-Infostand am Münsterplatz 500 Säbel unters Volk bringen!

Sechs Hessen unterstützten heute von ca. 11:00 Uhr bis 19:00 Uhr den Bonner Infostand am Münsterplatz. Sie brachten 500 längliche Modellier-Luftballons mit, die zu einem Säbel modelliert werden konnten (Länge ca. 1 m). Innerhalb von 4 Stunden waren 500 Säbel verteilt:

ALLE 30 SEKUNDEN 1 SÄBEL!

Wären mehr Ballons vorhanden gewesen, hätten auch locker mehr als 1.000 Säbel unters Volk gebracht werden können.

An unserem Stand herrschte stundenlang ununterbrochener Vollbetrieb!
In diesen vier Stunden waren an unserem Stand wahrscheinlich mehr Menschen als an den Infoständen aller anderen Parteien zusammen.
Bei den bis Zehnjährigen hätten wir nicht nur die 5%-Hürde geschafft, sondern auch gleich die absolute Mehrheit ;-)

Mai 7

Bonn, 7. Mai: Der „Kreuzzug für das Abendland“ bescherte den Bonner Bürgern am Donnertag den Besuch von Vertretern der rechts gerichteten Pro NRW – Bewegung. NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) versteht sie als „gefährlich für unsere Demokratie“, und ein breites Bündnis aus Bonner Bürgern (SPD, Grüne, Linke, Piratenpartei, …) schloss sich dieser Ansicht vollkommen an. Wir hießen Pro NRW auf dem Friedensplatz nicht Willkommen!


Die Bonner Piraten wurden durch sach- und fachkundige Politprominenz aus dem hohen Norden verstärkt. Angelika Beer, ehemaliges Gründungsmitglied der Grünen, Bundesvorsitzende und langjährige Bundestags- und Europaabgeordnete ihrer Partei (die sie nach 30 Jahren verließ), machte sich als Pirat auf den Weg zurück in die ehemalige Bundeshauptstadt -- von Hamburg an den Rhein. Trotz Dauerregen und Eiseskälte, versammelten sich hunderte von Bonnern und warteten auf den Tourbus einer bizarren Wahlkampfdelegation. „Dieses Fahrzeug war am Montagabend bei einer Veranstaltung in Gütersloh nach Polizeiangaben in eine Gruppe von Gegendemonstranten gefahren, nachdem Vermummte die Rechtsgerichteten beschimpft hätten“, wusste der Generalanzeiger gestern zu berichten.
Während unserer „Mahnwache für Bürger- und Grundrechte, eine offene Gesellschaft und gegen Fremdenfeindlichkeit“, waren jedoch nicht nur die Rechten ein Thema. Die Piraten vom KV Bonn und den Crews, die gekommen waren, wollten auch vieles mehr von Angelika wissen. Was es von den Piraten im Norden zu berichten gibt, ob Orange sich sehr viel anders anfühlt als Grün und wo Angelika Beer die Piraten politisch verortet, beantwortete sie uns in einigen Fragen.

Felix: Du beschäftigst dich schon sehr lange und intensiv mit dem Problem des Rechtsextremismus und hast dazu publiziert. Wie sah diese Arbeit konkret aus?

Angelika: Es gibt wohl für alles, was wir tun, so etwas wie ein Kernerlebnis. Ende der 70er Jahre, zu Beginn meines politischen Engagements, damals noch im KB (Kommunistischer Bund) hatte ich das Glück, Erich Fried auf einer Anti-Rassismus-Konferenz kennen zu lernen. Aus der Diskussion entwickelten sich gemeinsame Aktivitäten. Wir haben Veranstaltungen zusammen durchgeführt und z. B. in Trappenkamp (SH) anlässlich eines öffentlichen Gelöbnisses der Bundeswehr haben wir mit Erich Fried eine öffentliche Friedenslesung organisiert. Wir wurden Freunde und mich faszinierte, wie er als Jude, der die Gräuel und Leiden des Hitlerfaschismus überlebte, Kraft, Zweifel, Angst und Liebe in seinen Texten zum Ausdruck brachte – und vor allem mit welcher Zärtlichkeit aber auch Wut er aufstand, wenn er wieder Zeuge einer drohenden Ungerechtigkeit wurde (Anm.: http://www.erichfried.de/wegweiser.htm). Klingt etwas pathetisch, weiß ich, aber die Zärtlichkeit und Entschlossenheit seines Kampfes um die Unantastbarkeit der Würde eines jeden Menschen hat mich geprägt. Rassismus, Antisemitismus, Faschismus – ist seitdem – egal in welcher Erscheinungsform – für mich vollkommen unerträglich.
Die Brandanschläge von Rostock, Solingen, Lübeck und Mölln – um nur einige zu nennen, das Schüren von Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit – erinnern wir uns an die frühere CDU Kampagne „Lieber Kinder statt Inder“ -- die latente Akzeptanz von Rassismus in Gesellschaft und Politik, die Reorganisation von Rechtsextremisten in unserem Land: das alles führt mich mit vielen anderen immer wieder zusammen – im Kampf gegen Anti-Islamismus, Ausländerhass und Rechtsextremismus – und im gemeinsamen Streit für Toleranz und Zivilcourage. Dazu gehören natürlich auch Demonstrationen und Mahnwachen, aber genauso Veranstaltungen an Schulen, Diskussionen mit Zeitzeugen, die Unterstützung der Initiative „Stolpersteine“ und natürlich Analyse und Aufklärung. Und natürlich auch immer wieder Solidarität mit jenen, die potentielle Opfer rechter Gewalt sind. Die Verbreitung der Kampagne „Noteingang“ gehört für mich genauso dazu wie die von mir herausgegebenen Publikationen „Rechtsextremismus in Norddeutschland“, „Braune Gefahr für Deutschland“ und „Europa im Visier der Rechtsextremen“ (Anm.: www.angelika-beer.de > Archiv > Rechtsextremismus)

Felix: Du unterstützt die Bonner Piraten heute bei einer Gegenkundgebung gegen die rechtsgerichtete Pro NRW-Bewegung, was kannst Du uns über Pro NRW sagen?

Angelika: Ein Blick auf deren Homepage reicht eigentlich schon -- Ihre Kampagne gegen den Bau von Moscheen, ihre Anti-Islamisierungs-Rhetorik und Kampagnen sind Ausdruck einer rechtsextremen, menschenverachtenden Weltanschauung. Dazu kommt, dass Pro NRW versucht, die extreme Rechte in ganz Europa zu vereinen. So haben wir heute auch die Faschisten im Nadelstreifenanzug mit dunklen Sonnenbrillen, die als Ordner aufgetreten sind, auf dem Friedensplatz gesehen. Es sind Mitglieder der belgischen rechtsextremen Vlaams Belang. Und der Hauptredner, der schwedische Unternehmer Patrik Brinkmann, früheres Mitglied der NPD und DVU, ist Gründer der rechtsextremen Stiftung Kontinent Europa.

Felix: Von Pro NRW marschierte gerade ein Aktivist über den Friedensplatz und hielt ein Dickes Buch in die Höhe. Wer war das und was für ein Buch zeigte er so stolz, die Bibel, den Khoran oder nur ein unglaublich dickes Scheckheft?

Angelika: Konnte ich bei dem Mistwetter nicht erkennen. Aber sein Gesicht konnten wir sehen: Wie kann ein menschliches Gesicht so viel Hass, Verachtung, Kälte, Arroganz und Provokation auf einmal ausstrahlen? Da wird einem auch kalt -- selbst wenn die Sonne geschienen hätte. In solchen Situationen stelle ich mir immer wieder vor, dass Erich Fried, der leider viel zu früh gestorben ist, neben mir steht. Und ich weiß, es ist richtig, dass wir dort protestieren – und uns nicht provozieren lassen.

Felix: Ob die Piraten Links, Rechts oder tatsächlich nur Vorne sind, ist selbst piratenintern umstritten. Wie ist Deine Einschätzung?

Angelika: Einer der Gründe in die Piratenpartei einzutreten und mich zu engagieren ist, dass das Schubladendenken „Links“ oder „Rechts“ bei den Piraten keine Rolle spielt. Wir – und das unterschiedet uns z.B. vom Flügelschlagen der Grünen – suchen und finden neue Wege um Politik zu beeinflussen und Menschen anzusprechen, die von den etablierten Parteien gefrustet und enttäuscht sind. Und auch jene, die sich bislang noch nicht getraut haben, sich politisch zu engagieren. Die Vielfalt und die Transparenz unserer Partei ist ein Markenzeichen, das wir schützen sollten.

Felix: Du warst bei den Grünen von Anfang an dabei und hast auch deren Aufbau-Chaos miterlebt, gibt es Parallelen zu den Piraten?

Angelika: Es gibt mehr Unterschiede als Parallelen. Wir haben die Grünen damals gegründet, weil es eine gesellschaftliche Aufbruchstimmung gab. Friedens- und Anti-Atom-Bewegung, Ökos, Ökosozialisten, zersplitterte K Gruppen und vieles mehr. Die Idee für alle eine gemeinsame Plattform zu bieten kam im richtigen Moment. Wir hatten damals viel mehr Zeit, es gab weder Handys noch Computer, wir waren ständig auf Achse quer durchs ganze Land. Und der Kampf zwischen Realos und Fundis hat den Aufbau, aber auch den Erfolg der Partei über Jahre geprägt und auch ein Stück blockiert. Wenn die Flügel lahm werden und in der Mitte kein stabiler Rumpf ist, kommt man ständig in Schieflage, mal links, mal rechts – und endet irgendwann in der Beliebigkeit. Und doch gibt es auch Parallelen. Wir Piraten haben zwar viel weniger Zeit uns zu strukturieren, die Mitgliederzahl wächst viel schneller – aber auch wir bieten in einer Zeit der erdrückenden Politikverdrossenheit eine noch nicht da gewesene Alternative.

Felix: Bundestagsabgeordnete, Parteivorsitzende und Europaparlamentarierin der Grünen und jetzt Piratin, wie ist es dazu gekommen?

Angelika: Oh, das sprengt den Rahmen unseres Interviews – da könnte ich ein Buch drüber schreiben. Aber auch hier gibt es Kernerlebnisse. Ein entscheidender Grund ist: Als Grüne haben wir in der Regierungsverantwortung mit der SPD Verantwortung getragen und schwierigste Entscheidungen getroffen: z.B. den Krieg gegen das ehemalige Jugoslawien (Kosovo), den Einsatz in Afghanistan oder auch Hartz IV. Eine Partei, die bereit ist einen Militäreinsatz zu verantworten, auch ohne völkerrechtliche Grundlage wie im Kosovo, die muss zwingend sowohl programmatisch als auch im Handeln dem Frieden verpflichten. Dazu gehören eine transparente selbstkritische Analyse und das Kapitel „Lessons learned“. Wenn das verweigert wird, weil es nur noch um die Rückkehr in die Regierungsbeteiligung – egal mit wem – geht, dann hat eine solche Partei für mich die Glaubwürdigkeit und damit auch die Wählbarkeit verloren. Sie gehört nicht an die Macht. Nach meinem Austritt aus der deutschen Grünen Partei gab es eine etwas paradoxe Situation. Für die Europäischen Grünen, zu denen ich nach wie vor gute Kontakte habe, war ich bis zum Ende meines Mandats im Juli 2009 nach wie vor Außen- und sicherheitspolitische Sprecherin. Sie wollten, dass ich die politische Verantwortung, die ich für die Fraktion übernommen hatte, bis zum Ende der Legislaturperiode trage, obwohl ich nicht mehr Mitglied der deutschen Grünen war. Das fand ich toll. Die Piraten habe ich seit ihrer Gründung mit Interesse verfolgt, sie dann im Bundestags- und Landtagswahlkampf in Schleswig-Holstein unterstützt. Für mich war aber auch klar, dass ich erst nach allen anstehenden Wahlen in die Partei eintrete. Und hier bin ich nun.

Felix: Und wie ergeht es Dir bei den Piraten? Fühlst Du Dich zu Hause?

Angelika: Nein, das braucht sicherlich ein wenig mehr Zeit. Wir lernen uns gerade besser kennen. Für mich ist aber entscheidend, dass ich überall offene Türen finde um das Haus zu betreten und wenn es notwendig ist, auch ein Tisch und ein Bett. Ich kann mich als politischer Mensch einbringen und lerne gleichzeitig viel. Ich kann aus eigener Erfahrung bei den Piraten Vorurteilen entgegentreten: wir sind nicht alle Grufties, die Tag und Nacht am Computer sitzen und tagsüber nur manchmal verschreckt, menschenscheu und blass hinausschauen. Wir gehen auf Menschen zu. Wir nutzen neue Kommunikationswege untereinander – und ich finde es gerade sehr spannend, Piraten zu treffen, die ich bislang nur über Twitter und Nickname kenne und die von „“Piratenbeer“ eigentlich auch nicht so viel wissen.

Felix: Wie siehst Du Deine Rolle innerhalb der Piratenpartei für die Zukunft?

Angelika: Die Frage könnte ich eigentlich auch anders rum stellen. Ich bin relativ bekannt, aber wirklich kennen tun mich nicht viele. Ich kann und will Erfahrungen in unsere Partei einbringen ohne so zu tun, als hätte ich Antworten auf alle Fragen. Ich bin Mitglied der Piraten gegen Rechtsextremismus und der AG Außenpolitik. Und wenn die Zeit es zulässt, werde ich mich verstärkt in der gerade in Brüssel gegründeten PPI (Internationale Piratenpartei) engagieren. Jetzt bin ich erstmal gespannt auf unser Ergebnis bei der Wahl am Sonntag und freue ich mich auf meinen ersten Bundesparteitag in Bingen.

Felix: Vielen Dank für Deinen Besuch und ich hoffe, das Wetter in Bingen wird besser.

Mai 7

Wahlparty im Zartbitter

Veröffentlicht von Ole

Am 9. Mai ist es endlich soweit: Viele Wochen Wahlkampf liegen hinter uns, am Sonntag fahren wir den Lohn für die Mühen ein und erwarten mit Spannung die Ergebnisse der Landtagswahl NRW. Damit dies niemand alleine zuhause tun muss, öffnet das “Zartbitter” extra für uns und wir feiern unsere Wahlparty im großen Biergarten oder im hübschen Schankraum des Bier- und Weinlokals in der Bonner Südstadt. Mit großem Fernseher und mehreren Surfstationen werden wir die Wahl von den ersten Hochrechnungen bis zur Bekanntgabe der Ergebnisse verfolgen und wir würden uns freuen Dich und Deine Freunde ab 16 Uhr begrüßen zu dürfen.


Aber nicht vergessen: Vorher wählen gehen. Natürlich Piraten!
Mai 5

Piraten NRW bei 3 Prozent – bringen Sie uns auf 5!

Veröffentlicht von Christoph G.

Eine Umfrage im Auftrag des ZDF hat es zu Tage gefördert: Die PIRATEN sind weiter auf dem Vormarsch. Nach rund 2 Prozent Wahlergebnis bei der Bundestagswahl steht die einzige Bürgerrechtspartei, die diesen Namen verdient, nun der Umfrage zufolge bei 3 Prozent. Erstmalig werden die PIRATEN damit separat in einer großen Wahlumfrage ausgewiesen.
Bedenkt man, dass in den Prognosen bei den kleinen Parteien oftmals größere Abweichungen zustande kommen, so könnten die NRW-PIRATEN am 9. Mai sogar noch besser abschneiden. „Jetzt ist alles möglich. Die fünf Prozent sind zum Greifen nah“, fasst dies der Spitzenkandidat der Piratenpartei Nordrhein-Westfalen, Nico Kern, zusammen.
Es kommt nun auch auf Ihre Stimme an! Machen Sie mit und bewegen Sie etwas in diesem Land! Setzen Sie ein Zeichen gegen die Mövenpick-Politik der FDP, den Überwachungswahn und die zweifelhafte Spendenpraxis der CDU und ihres Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers, die mal wieder in der Diskussion ist.
Geben Sie ihre Stimme den PIRATEN. Unterstützen Sie damit eine Politik ohne Lobbyinteressen, die sich für Transparenz, Privatsphäre und Datenschutz, Bürgerbeteiligung an der Politik, ein besseres Bildungssystem und viele weitere Punkte einsetzt. Unser komplettes NRW-Wahlprogramm, das weit über unsere Kernthemen der Bundestagswahl hinaus geht, können Sie hier einsehen: klicken!
Wir freuen uns zudem, wenn Sie uns auf unserem Stammtisch am Mittwoch oder auf unseren Informationsveranstaltungen zur Landtagswahl in der Stadt besuchen. Die nächsten Infostände finden unter anderem werktags von ca. 15:30 bis 18:00 Uhr am Münsterplatz statt (am Samstag ab ca. 11:00 Uhr).

Kommen Sie und diskutieren Sie mit uns! Wir freuen uns auf Ihren Besuch.